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vLLM vs. Ollama — Welche Inference Engine passt?

Kurzantwort: Ollama für den schnellen Einstieg und Teams bis 20 Nutzer, vLLM für Hochlast-Produktion ab 50+ gleichzeitigen Anfragen. Beide Engines betreiben Open-Source-LLMs auf Ihrer eigenen Hardware und bieten eine OpenAI-kompatible API. Der Unterschied liegt in Architektur, Performance und Betriebskomplexität. Dieser Guide hilft Ihnen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Überblick: Was sind vLLM und Ollama?

Ollama — Einfachheit als Designprinzip

Ollama ist ein in Go geschriebener LLM-Server, der den Betrieb lokaler Modelle radikal vereinfacht. Mit einem einzigen Befehl (curl -fsSL https://ollama.com/install.sh | sh) ist die Installation abgeschlossen. Modelle werden wie Docker-Images verwaltet: ollama pull llama3.1 lädt ein Modell herunter, ollama run startet es.

Ollama nutzt das GGUF-Format (llama.cpp) für Modelle und unterstützt verschiedene Quantisierungsstufen (Q4_K_M, Q5_K_M, Q8_0 etc.). Die eingebaute Modellverwaltung mit Custom Modelfiles erlaubt es, unternehmensspezifische System-Prompts und Parameter direkt ins Modell zu baken.

vLLM — Maximaler Durchsatz als Designprinzip

vLLM (Virtual Large Language Model) wurde an der UC Berkeley entwickelt und ist eine Python-basierte Inference Engine, die auf maximalen Durchsatz optimiert ist. Die Kerninnnovation ist PagedAttention — eine Speicherverwaltungstechnik, die VRAM-Nutzung um bis zu 55% reduziert und deutlich mehr parallele Requests auf derselben Hardware ermöglicht.

vLLM nutzt das HuggingFace-Modellformat und unterstützt neben GGUF auch AWQ, GPTQ und FP16-Modelle. Es bietet native Integration mit Kubernetes, Prometheus-Metriken und Continuous Batching für maximale GPU-Auslastung.

Feature-Vergleich: vLLM vs. Ollama

Feature Ollama vLLM
Sprache Go + C++ (llama.cpp) Python + C++ (CUDA Kernels)
Installation ✅ Ein Befehl, ~2 Min. ⚠️ pip install, CUDA Setup
OpenAI-kompatible API ✅ Vollständig ✅ Vollständig
Modellformat GGUF (llama.cpp) HuggingFace, AWQ, GPTQ, GGUF
Modellverwaltung ✅ Eingebaut (pull, create, list) ❌ Extern (HuggingFace Hub)
Custom Modelfiles ✅ Dockerfile-ähnliche Syntax ❌ Nicht verfügbar
PagedAttention ❌ Nicht verfügbar ✅ Kernfeature
Continuous Batching ⚠️ Basisch ✅ Vollständig
Tensor Parallelism ✅ Automatisch ✅ Konfigurierbar
Pipeline Parallelism ❌ Nicht verfügbar ✅ Multi-Node
Speculative Decoding ❌ Nicht verfügbar ✅ Verfügbar
Quantisierung GGUF (Q4, Q5, Q8) AWQ, GPTQ, FP8, GGUF
Streaming
Function Calling
Vision (Multimodal) ✅ LLaVA, Bakllava ✅ Breite Unterstützung
Prometheus-Metriken ❌ Nicht eingebaut ✅ Eingebaut
Kubernetes-native ⚠️ Manuell ✅ Helm Charts
GPU-Support NVIDIA, Apple Metal, AMD (beta) NVIDIA, AMD (ROCm)
Lizenz MIT Apache 2.0
Community-Größe ~120k GitHub Stars ~55k GitHub Stars

Performance-Benchmarks

Wir haben beide Engines unter identischen Bedingungen getestet. Testumgebung: NVIDIA A100 80 GB, Ubuntu 24.04, CUDA 12.4, Llama 3.1 70B (Q4_K_M für Ollama, AWQ für vLLM).

Durchsatz: Tokens pro Sekunde

Szenario Ollama (Tokens/s) vLLM (Tokens/s) Vorteil
Single User 38 42 vLLM +11%
5 Concurrent Users 145 185 vLLM +28%
10 Concurrent Users 220 340 vLLM +55%
20 Concurrent Users 280 580 vLLM +107%
50 Concurrent Users 310 (Queue-Stau) 820 vLLM +164%
📊 Ergebnis: Bei Single-User-Szenarien liegen beide Engines nahezu gleichauf. Der Unterschied wird erst bei hoher Parallelität deutlich: Ab 10+ gleichzeitigen Requests zeigt vLLM dank PagedAttention und Continuous Batching signifikant höheren Durchsatz. Bei 50 Concurrent Users liefert vLLM mehr als doppelt so viele Tokens pro Sekunde.

Latenz: Time to First Token (TTFT)

Szenario Ollama TTFT vLLM TTFT
Single User, 512 Token Input 280 ms 220 ms
Single User, 4K Token Input 850 ms 620 ms
20 Users, 512 Token Input 2.800 ms 450 ms
50 Users, 512 Token Input 8.500 ms 680 ms

Die TTFT-Werte zeigen den dramatischsten Unterschied: Unter Last explodiert die Latenz bei Ollama, während vLLM durch Continuous Batching stabile TTFT-Werte beibehält. Für interaktive Anwendungen (Chat, Echtzeit-Assistenz) ist das entscheidend.

VRAM-Effizienz

Modell Ollama VRAM vLLM VRAM Einsparung
Llama 3.1 8B (Q4) 6.2 GB 5.8 GB (AWQ) -6%
Llama 3.1 70B (Q4) 42 GB 38 GB (AWQ) -10%
KV-Cache bei 20 Requests ~18 GB zusätzlich ~8 GB zusätzlich -55%

Die größte Einsparung durch PagedAttention zeigt sich im KV-Cache: Ollama allokiert den maximalen Kontext pro Request im Voraus, während vLLM den Speicher dynamisch verwaltet. Bei 20 gleichzeitigen Requests spart vLLM bis zu 55% KV-Cache-Speicher — das bedeutet mehr parallele Anfragen auf derselben GPU.

Architektur-Unterschiede

Ollama: Der All-in-One-Ansatz

Ollama verfolgt einen monolithischen Ansatz: Server, Modellverwaltung und Inference in einer einzigen Binary. Das macht die Bedienung einfach, aber die Skalierung schwieriger. Intern nutzt Ollama llama.cpp als Inference-Backend, was eine breite Modellkompatibilität über das GGUF-Format gewährleistet.

  • Modellverwaltung: Docker-ähnliches Pull/Push-System mit eigenem Registry
  • Quantisierung: GGUF-Format mit verschiedenen Quantisierungsstufen
  • Batching: Basisches Batching, sequentielle Verarbeitung bei Überlast
  • Memory Management: Statische Allokation pro Modell

vLLM: Der Performance-First-Ansatz

vLLM trennt sauber zwischen Serving-Layer und Inference-Engine. Der Serving-Layer nutzt einen asynchronen FastAPI-Server, während die Inference-Engine hochoptimierte CUDA-Kernels für die eigentliche Modellausführung verwendet.

  • PagedAttention: Dynamische Speicherverwaltung für KV-Cache
  • Continuous Batching: Neue Requests werden dynamisch in laufende Batches eingefügt
  • Speculative Decoding: Kleines Draft-Modell beschleunigt die Generierung
  • Prefix Caching: Gemeinsame Prompt-Prefixe werden gecacht und geteilt

Skalierung im Enterprise

Ollama-Skalierung

Ollama skaliert primär vertikal: mehr VRAM, mehr GPUs im selben Server. Horizontale Skalierung erfordert einen externen Load Balancer (NGINX, HAProxy) und manuelle Modell-Synchronisation über alle Instanzen.

# Ollama: Load Balancing mit NGINX
upstream ollama {
    least_conn;
    server gpu-01:11434;
    server gpu-02:11434;
}

vLLM-Skalierung

vLLM bietet native horizontale Skalierung über Tensor Parallelism und Pipeline Parallelism — auch über Nodes hinweg. Mit der Ray-Integration können Sie ein Modell über einen ganzen GPU-Cluster verteilen:

# vLLM: Multi-Node mit Ray
python -m vllm.entrypoints.openai.api_server \
    --model meta-llama/Llama-3.1-70B-Instruct \
    --tensor-parallel-size 4 \
    --pipeline-parallel-size 2 \
    --max-model-len 32768 \
    --gpu-memory-utilization 0.95

Für Kubernetes-Umgebungen stellt vLLM offizielle Helm Charts bereit, die Auto-Scaling basierend auf GPU-Auslastung und Request-Queue-Tiefe unterstützen.

Deployment & Operations

Betriebskomplexität im Vergleich

Aspekt Ollama vLLM
Einrichtungszeit ~5 Minuten ~30–60 Minuten
Erforderliches Know-how Linux-Basics, Docker Python, CUDA, ML-Ops
Modell-Updates ollama pull — fertig HuggingFace Download + Konvertierung
Monitoring Manuell (Health-Endpoint) Eingebaute Prometheus-Metriken
Troubleshooting Einfache Logs, Community-Support Detaillierte Metriken, aber komplexer
Team-Größe für Betrieb 1 DevOps-Ingenieur (Teilzeit) 1–2 MLOps-Ingenieure

Unsere Empfehlung: Entscheidungsmatrix

🦙 Wählen Sie Ollama, wenn:

  • Sie schnell starten und erste Erfahrungen sammeln wollen
  • Ihr Team hat weniger als 20–30 gleichzeitige Nutzer
  • Sie kein dediziertes MLOps-Team haben
  • Sie verschiedene Modelle ausprobieren und häufig wechseln wollen
  • Einfachheit wichtiger ist als maximaler Durchsatz
  • Sie macOS (Apple Silicon) oder Windows unterstützen müssen

⚡ Wählen Sie vLLM, wenn:

  • Sie 50+ gleichzeitige Anfragen bedienen müssen
  • Minimale Latenz (TTFT) geschäftskritisch ist
  • Sie eine Kubernetes-Infrastruktur betreiben
  • Sie Prometheus/Grafana-Monitoring brauchen
  • Multi-Node-Deployment für sehr große Modelle nötig ist
  • Ihr Team MLOps-Erfahrung mitbringt

🔄 Kombinierter Ansatz (unsere Top-Empfehlung):

Viele Unternehmen starten mit Ollama für das erste Deployment und die Evaluierungsphase. Sobald der Use Case validiert ist und die Nutzerzahl steigt, migrieren sie zu vLLM für die Produktionsumgebung. Da beide die OpenAI-API unterstützen, ist die Migration unkompliziert. Ollama bleibt oft als Entwicklungs- und Test-Umgebung im Einsatz.

Alternativen zu Ollama und vLLM

Neben Ollama und vLLM gibt es weitere Inference Engines, die für bestimmte Szenarien interessant sind:

  • Text Generation Inference (TGI): Von Hugging Face entwickelt, guter Kompromiss zwischen Einfachheit und Performance
  • llama.cpp Server: Minimalistisch, läuft auch auf CPUs, ideal für Air-Gap-Umgebungen
  • NVIDIA TensorRT-LLM: Maximale Performance auf NVIDIA-Hardware, aber hohe Komplexität
  • SGLang: Neuer Ansatz mit strukturierter Generierung und RadixAttention

Weiterführende Ressourcen

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Häufige Fragen: vLLM vs. Ollama

Was ist der Hauptunterschied zwischen vLLM und Ollama?

Ollama ist auf Einfachheit optimiert — Installation in unter 5 Minuten, eingebaute Modellverwaltung und eine nutzerfreundliche CLI. vLLM ist auf maximalen Durchsatz optimiert und nutzt PagedAttention für effizientes Speichermanagement. Ollama eignet sich für den Einstieg und kleinere Teams, vLLM für Hochlast-Produktionsumgebungen.

Welche Inference Engine ist schneller — vLLM oder Ollama?

In reinen Benchmark-Tests ist vLLM bei hoher Parallelität (>20 gleichzeitige Requests) signifikant schneller — oft 2–3x höherer Durchsatz dank PagedAttention und Continuous Batching. Bei einzelnen Anfragen oder niedriger Last liegen beide nahezu gleichauf. Die Geschwindigkeit hängt stark vom Modell, der GPU und der Parallelität ab.

Kann ich von Ollama auf vLLM migrieren?

Ja, die Migration ist relativ einfach, da beide eine OpenAI-kompatible API anbieten. Ihre bestehenden Client-Anwendungen müssen nur die Base-URL ändern. Allerdings nutzt vLLM andere Modellformate — Sie müssen Ihre Modelle im HuggingFace-Format bereitstellen statt im Ollama-eigenen GGUF-Format.

Unterstützen beide Engines Multi-GPU?

Ja, beide unterstützen Multi-GPU. Ollama verteilt Modelle automatisch über verfügbare GPUs via Tensor Parallelism. vLLM bietet zusätzlich Pipeline Parallelism und Tensor Parallelism über mehrere Nodes hinweg, was für sehr große Modelle (>100B Parameter) entscheidend ist.

Was ist PagedAttention und warum ist es wichtig?

PagedAttention ist eine von vLLM entwickelte Technik, die den GPU-Speicher (VRAM) effizienter nutzt. Statt den gesamten Kontext im zusammenhängenden Speicher zu halten, wird er in "Pages" aufgeteilt — ähnlich wie Virtual Memory bei Betriebssystemen. Das reduziert Speicherverschwendung um bis zu 55% und erlaubt deutlich mehr parallele Requests auf derselben GPU.

Welche Engine ist besser für RAG-Anwendungen?

Für RAG-Anwendungen mit langen Kontexten (>8K Tokens) hat vLLM einen Vorteil dank PagedAttention — es verwaltet große Kontextfenster effizienter. Ollama funktioniert ebenfalls gut für RAG, besonders bei kleineren Teams. Details zu RAG-Architekturen finden Sie in unserem RAG-Systeme Guide.

Brauche ich Kubernetes für vLLM?

Nein, vLLM läuft auch standalone oder in Docker. Kubernetes wird erst relevant, wenn Sie automatische Skalierung, Rolling Updates und Multi-Node-Deployment benötigen. Für den Einstieg genügt ein einfacher Docker-Container. Die Kubernetes-Integration ist aber ein wichtiger Vorteil für größere Organisationen.

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